Foto von Hildegard Burjan
Erzdiözese Wien

100. Internationaler Frauentag im NÖ Landhaus

Am 9. 3. 2011 wurde anlässlich des 100. Internationalen Frauentags im Niederösterreichischen Landhaus der Film "Hildegard Burjan - ein Leben für die Menschlichkeit" gezeigt.

Anlässlich des 100. Internationalen Frauentages wurde am Mittwoch, 9. März, im St. Pöltner Landhaus unter dem Titel "women network" eine Veranstaltung inklusive der Filmpräsentation "Hildegard Burjan - Ein Leben für die Menschlichkeit" von Anita Lackenberger und Gerhard Mader und der Diskussionsrunde "100 Jahre Internationaler Frauentag - und immer noch nicht am Ziel?" abgehalten.

Der Film "Hildegard Burjan - ein Leben für die Menschlichkeit" von Anita Lackenberger und Gerhard Mader erinnert an Hildegard Burjan, die Gründerin der Caritas Socialis, eine Sozialpionierin und Vorkämpferin für Frauenrechte, die als erste und damals einzige Frau auf christlich-sozialer Seite 1919 in das erste österreichische Parlament einzog.

"Der 100. Internationale Frauentag gibt Anlass zurückzublicken, was in den vergangenen 100 Jahren passiert ist. Wir haben in der Vergangenheit viel erreicht, aber wir müssen uns weiter für Frauenanliegen stark machen und dürfen uns nicht entmutigen lassen", betonte dabei Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner. Als Ziele für die Zukunft seien "die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und für Männer" sowie eine "qualitative Teilzeit ebenso für Frauen und für Männer" von großer Bedeutung. Die Erfahrung habe aber auch gelehrt, dass es die "gläserne Decke" für Frauen sehr wohl gebe und daher jetzt die Einführung einer Quote von Nöten sei. Zudem, so die Landesrätin, müssten Frauen Ja zu Solidarität und zum Übernehmen von Verantwortung sagen.

Neben Mikl-Leitner nahmen u. a. die NÖ Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl und die Bundesministerin und EU-Abgeordnete a. D. Dr. Marilies Flemming an der Diskussion teil. Zwazl hielt u. a. fest, dass die niederösterreichische Wirtschaft weiblich sei und "Tag für Tag weiblicher" werde. Flemming wies darauf hin, dass Europa als Wertegemeinschaft nicht wegschauen dürfe, sondern "lauthals die Stimme erheben" und dafür sorgen müsse, dass Frauenrechte weltweit als Menschenrechte angesehen werden. Auch sie forderte Solidarität unter Frauen ein.

Die Leiterin der Frauenberatung Zwettl, Mag. Elisbeth Eckhart und die Baumeisterin Ing. Nadja Wasserlof (Mitglied des Landesvorstandes der jungen Wirtschaft NÖ) berichteten von ihren beruflichen Erfahrungen als Frauen der jüngeren Generation in einer immer noch vornehmlich von Männern dominierten Berufswelt. Einhellige Aussage war: "Man muss mit Selbstbewußtsein und Überzeugungskraft sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Auf alle Fälle müssen Frauen härter arbeiten um wahrgenommen zu werden."

Die Begrüßung der TeilnehmerInnen nahm Landtagspräsident Ing. Hans Penz vor. Er ging in seinen Ausführungen auf die Geschichte des Internationalen Frauentages ein und meinte, dass trotz allem "viele Ziele noch nicht erreicht" seien.

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