Foto von Hildegard Burjan
Erzdiözese Wien

19. Hildegard Burjan Gespräch

Hildegard Burjan Gespräch über Spannungsfeld Familie und Wirtschaft

Unter dem Motto "Hindernisparcours oder Paarlauf? Wirtschaft und Familie im Spannungsfeld" luden Caritas Socialis Schwesterngemeinschaft und Hildegard Burjan Forum und Bezirksvorstehung Hietzing zum 19. Hildegard Burjan Gespräch ins Amtshaus Hietzing.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf - eine Herausforderung unserer Gesellschaft

Prof. Ingeborg Schödl eröffnete das Hildegard Burjan Gespräch und erinnerte daran, dass das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie schon im Leben Hildegard Burjans Thema war. Heute ist dieses Spannungsfeld in unserer Gesellschaft für viele Mütter und Väter zur großen Herausforderung geworden. Vielfach herrscht die Meinung, dass es kein gleichrangiges Nebeneinander von Familie und Beruf geben kann, da die Bedürfnisse einer Familie nach Zeit füreinander und gelebter Nähe mit den beruflichen Erfordernissen von Verfügbarkeit und Flexibilität schwer zu vereinbaren sind.

Die Trias der Familienpolitik "Zeit, Geld und Infrastruktur"

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal vom Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Uni Wien und Leiter des Instituts für Familienforschung an der Uni Wien wies in seinenm Impulsreferat darauf hin, dass Reproduktion in unserer Gesellschaft vornehmlich als Problem gesehen werde.

Betrachte man die Trias der Familienpolitik "Zeit, Geld und Infrastruktur", so befasse sich die Politik mit Fragen der Familienbeihilfe und der Kinderbetreuungseinrichtungen, weniger jedoch mit dem Faktor Zeit, der jedoch für Familien sehr wesentlich sei. Dabei sei v.a. Verlässlichkeit im Zeitmanagement für Familien wichtig. Unter Arbeitszeitflexibilisierung werde aber oft vor allem Flexibilität für das Unternehmen verstanden.

Für Firmen, die über Modelle zur Erhöhung der vereinbarkeit von Familie und Beruf nachdenken, sei das ein betriebswirtschaftliches Thema, das sich in vieler Hinsicht positiv auswirke.

Menschen, die Verantwortung übernehmen

Um eine Gesellschaft zu gestalten, die Ja zum Leben sagt, sei nicht nur der Staat gefordert, es brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen, die sich den Fragen stellen und sie beantworten.

Am Podium diskutierten unter der Moderation von Peter Wesely(Öffentlichkeitsarbeit Raiffeisen) die Journalistin Dr. Gudula Walterskirchen; Mag. Martina Kronthaler (Generalsekretärin Aktion Leben) und Paul Friedrich Mensdorff-Pouilly (Projekt Familienlotse).

Hildegard Burjan - im Spannungsfeld zwischen Familie und Beruf

Aufgewachsen in Görlitz, verheiratet, Mutter, akademisch gebildet mit einem wachen Blick für Missstände in der Gesellschaft. Tatkräftig, innovativ und mutig beschritt sie neue Wege der Hilfe: als erste weibliche Abgeordnete der christlichsozialen Partei im österreichischen Parlament, als Gründerin der Caritas Socialis (CS). Ihrer Zeit im sozialen Denken weit voraus, leistete sie Pionierarbeit. Kraft für ihren außergewöhnlichen Einsatz schöpfte sie aus dem Glauben. Als Jüdin ließ sie sich nach schwerer Erkrankung taufen. In Gott verwurzelt fand sie Halt in den Spannungen zwischen Ehe, Familie und beruflichem Engagement, zwischen Politik und Kirche, der Arbeit für die Ärmsten der Gesellschaft und dem Leben in gutbürgerlichen Kreisen, als verheiratete Leiterin einer Schwesterngemeinschaft. 2012 wurde Hildegard Burjan im Wiener Stephansdom selig gesprochen.

Sr. Susanne Krendelsberger, Generalleiterin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis dankte dem Hildegard Burjan Forum unter der Leitung von Prof. Ingeborg Schödl, der Bezirksvorstehung Hietzing und den PodiumsteilnehmerInnen für den spannenden Abend.

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