Foto von Hildegard Burjan
Erzdiözese Wien

Festsitzung des ÖVP Klubs zur Seligsprechung von Hildegard Burjan - Wegbereiterin einer modernen Sozial- und Frauenpolitik

Parlament Wien, 17.1.2012 - Programm:

Klubobmann Karlheinz Kopf: Einleitende Worte und Begrüßung

Mag. Maria Hampel-Fuchs: „Leben und Wirken von Hildegard Burjan" (pdf)

Prof. Dr. Wolfgang Mazal: „Christliche Soziaopolitik heute“ (pdf)

Kardinal Dr. Christoph Schönborn

VK Dr. Michael Spindelegger: „Ein Plädoyer für eine werteorientierte Politik“

II.Nationalratspräsident Fritz Neugebauer: Schlussworte

Eine Dokumentation der Festsitzung kann kostenlos angefordert werden unter: karin.knoebl@oevpklub.at.

"Hildegard Burjan war die erste demokratische Politikerin im österreichischen Parlament dieses Zuschnitts, und die ÖVP ist stolz darauf, dass es eine christlich-demokratische Politikerin war, und wir so eine verdienstvolle Person und außergewöhnlichen Frau in unserer Geschichte am Beginn des Parlaments im 20. Jahrhundert aufweisen können. Am 29. Jänner wird Hildegard Burjan im Wiener Stephansdom bei einem Gottesdienst, den Erzbischof Kardinal Dr. Schönborn feiern wird, vom Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse Kardinal Dr. Angelo Amato selig gesprochen", begrüßte gestern, Dienstagabend, ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf die zahlreichen Gäste bei einer Festsitzung im Parlament, um noch einmal an jenem Ort, mit dem Burjan viel verband, dieser außergewöhnlichen Frau zu gedenken.

"Unsere Erinnerung ist vor allem jene an eine visionäre Sozialpolitikerin, sie hat sich für die Gleichberechtigung der Frau engagiert und gegen Kinderarbeit eingesetzt. Sie hat auch für gleichen Lohn und gleiche Arbeit gekämpft, eine Forderung, die heute noch aktuell ist." Kopf verwies auf ihr soziales Engagement, 1919 gründete sie die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis. "Wir wollen uns an diesem Tag nicht mit einer interessanten Rückschau begnügen, sondern das geistige Vermächtnis, das sie uns hinterlassen hat, weiter denken. Das Kennzeichen großer Menschen ist, dass sie imstande sind, auch die nachkommende Zukunft zu inspirieren. Burjan war so ein Mensch", so Kopf.

Die ehemalige erste Landtagspräsidentin Mag. Maria Hampel-Fuchs, Mitglied im Seligsprechungskomitee, erzählte über das Leben und Wirken von Hildegard Burjan. Sie, Hampel-Fuchs, sei selbst von dieser Persönlichkeit fasziniert und begeistert. Burjan zeichnete sich durch ihre Persönlichkeit, Charisma, natürliche Autorität, Ruhe, Zielstrebigkeit und dem schier unglaublichen Einsatz für Arme und Unterdrückte aus. Sie könne Lehrmeisterin dafür sein, Mystik und Politik zu verbinden.

"Christliche Sozialpolitik ist geprägt von Nächstenliebe, Caritas und Toleranz", referierte Prof. Dr. Wolfgang Mazal von der Universität Wien. Die Seligsprechung sollte zum Anlass genommen werden, zur Standortbestimmung inne zu halten, so Mazal in seiner Rede mit fünf Thesen zur christlichen Sozialpolitik heute. Burjan könne uns Mut machen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und uns den Sorgen und Nöten der Menschen zu stellen.

Im Anschluss würdigte der Wiener Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn diese "großartige und echte Christin" und erläuterte die Voraussetzungen für eine Seligsprechung. Entscheidend sei die "Glaubwürdigkeit", die sich in der "Deckungsgleichheit von Glauben und Leben" zeige. Heilige seien zudem "praktisch" in dem Sinn, dass sie voll im Leben stünden. "Nicht wegschauen, sondern hinschauen" sei die Haltung, die auch für Burjan typisch war. Hildegard Burjan sei "weltweit die erste demokratische Politikerin, die von der katholischen Kirche zur Ehre der Altäre erhoben wird". Sie sei damit der Beweis, "dass es möglich ist, in der Politik heilig zu werden".

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alle Fotos: Övp.parlamentsklub