Foto von Hildegard Burjan
Erzdiözese Wien

Neues Buch über Hildegard Burjan im Parlament präsentiert

Wien (PK) - Bücher über große Frauen in der Politik dominieren neuerdings das kulturelle Programm des Parlaments. Erst kürzlich wurden im Palais Epstein die Biographie der Martha Tausk und die "Innsbrucker Vorlesungen" von Johanna Dohnal präsentiert.

Wien (PK) - Bücher über große Frauen in der Politik dominieren neuerdings das kulturelle Programm des Parlaments. Erst kürzlich wurden im Palais Epstein die Biographie der Martha Tausk und die "Innsbrucker Vorlesungen" von Johanna Dohnal präsentiert.

Heute Abend lud der Zweite Präsident des Nationalrates Fritz Neugebauer unter dem Titel "Das Gewissen des Parlaments" zur Vorstellung einer im Wiener Dom-Verlag erschienen Lebensbeschreibung Hildegard Burjans. Die Burjan-Expertin Ingeborg Schödl würdigt in ihrem literarisch anspruchsvollen Werk "Hildegard Burjan. Frau zwischen Politik und Kirche" die Leistungen der bedeutenden Frauen- und Sozialpolitikerin der Ersten Republik und zeichnet den Lebensweg einer gläubigen Frau nach, die als Katholikin "nicht zusehen wollte, wie die Massen verelenden" und in einer Zeit dramatischer wirtschaftlicher, sozialer und geistiger Umbrüche von Anfang an vor der Katastrophe warnte, in die der Nationalsozialismus führte.

Im zahlreichen Publikum, das sich zur Präsentation des Buches im Nationalratssitzungssaal eingefunden hatte, begrüßte Präsident Fritz Neugebauer Weihbischof Helmut Krätzl, Innenministerin Maria Fekter, Staatssekretärin Christine Marek, Vizekanzler a.D. Alois Mock, die Zweite Nationalratspräsidentin a.D. Marga Hubinek und den ehemaligen Bundesratspräsidenten Herbert Schambeck. Präsident Neugebauer machte auf das Lebensmotto Hildegard Burjans aus einem Psalm Henry Longfellows aufmerksam, der im menschlichen Leben die Möglichkeit sah, Fußspuren zurückzulassen, die vielleicht ein Schiffbrüchiger findet, um neuen Mut daran zu fassen. Diese Botschaft der Ermutigung gehe vom Leben und sozialpolitischen Wirken Hildegard Burjans aus - und das sei wichtig in einer Zeit, in der die Politikverdrossenheit um sich greife, sagte Fritz Neugebauer.

Im Gespräch mit "Furche"-Chefredakteur Claus Reitan berichtete Autorin Ingeborg Schödl, wie sie Hildegard Burjan bei der Arbeit an einem Caritas Socialis-Artikel in den siebziger Jahren "entdeckt" habe und sich seither intensiv mit dem beeindruckenden Leben dieser ungewöhnlichen Frau befasse, die als eine verheiratete Frau zugleich Leiterin einer religiösen Gemeinschaft war und ihr politisches Engagement als praktisches Christentum verstanden habe. Viele Forderungen Hildegard Burjans seien ganz aktuell, sagte Ingeborg Schödl und erinnerte daran, dass sie bereits 1917 gleichen Lohn für gleiche Arbeit verlangt habe. Das Vermächtnis Hildegard Burjans könne man in einem Satz ausdrücken: "Sie wollte das Evangelium durch die soziale Tat verkünden", sagte die Biographin und legte den anwesenden Vertretern der Kirche die Seligsprechung Hildegard Burjans ans Herz.
Als eine Pionierin und Eisbrecherin für die Rechte der Frauen sah die ehemalige Bundesministerin Maria Rauch-Kallat Hildegard Burjan, die eine der ersten Frauen war, die an einer Universität studieren konnte, als Politikerin soziale Meilensteine setzte und mit der Caritas Socialis eine sozial engagierte Schwesterngemeinschaft gründete, die bis heute lebt und progressive Sozialarbeit leistet, aktuell etwa auf dem Gebiet der Hospizbewegung und bei der Betreuung von Alzheimer-Patienten. Rauch-Kallat würdigte im Einzelnen das Engagement Hildegard Burjans für die Mädchenbildung, die Verbesserung der politischen Kultur durch die Arbeit der Frauen im Parlament und ihr Eintreten für das Recht der Frauen auf Erwerbsarbeit. Rauch-Kallats Dank galt Ingeborg Schödl, die viel dazu beigetragen habe, Hildegard Burjan dem Vergessen zu entreißen und sprach auch ihrerseits die Hoffnung auf eine Entscheidung der Kirche im Seligsprechungsprozess für Hildegard Burjan aus.

Die Wiener Landtagspräsidentin a.D. Maria Hampel-Fuchs stellte Hildegard Burjan als eine Visionärin dar und schilderte ihren Weg zum Glauben und zum sozialen Engagement. Sie habe unermüdlich Netzwerke für bedürftige Frauen geschaffen und sich als eine moderne Frau dafür eingesetzt, das klassische Rollenbild der Frau als Ehefrau und Mutter um die modernen Aspekte der Erwerbstätigkeit und des politischen Engagements zu ergänzen. Auch Hampel-Fuchs plädierte für die Seligsprechung, weil Hildegard Burjan für viele moderne Menschen ein Vorbild sein könne. Die Generalleiterin der "Caritas Socialis" Maria Judith Tappeiner machte auf die Überzeugung Hildegard Burjans aufmerksam, soziale Verantwortung sei nicht nur als Almosengeben zu verstehen, sondern auch als Aufgabe, innovative Antworten auf die Probleme der Zeit zu geben und soziale Strukturen zu gestalten. In diesem Sinn bemühe sich die Caritas Socialis im Sinne ihrer Gründerin gemeinsam mit der Stadt Wien, neue soziale Einrichtungen als Modelle zu schaffen, etwa für die Betreuung von Müttern mit Kindern, bei der Pflege chronisch kranker Menschen und für die Betreuung von Demenzkranken. Das Vermächtnis Hildegard Burjans sah Maria Tappeiner in der Botschaft, sich den vielfältigen Spannungen des Lebens nicht zu entziehen, sondern sich ihnen zu stellen. Hildegard Burjan habe versucht, die Spannungen zu meistern, die zwischen ihren Aufgaben als Gattin eines Industriellen, als sozial und politisch engagierte Frau und als Leiterin einer religiösen Schwesterngemeinschaft bestanden.

ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf resümierte den Hildegard-Burjan-Abend im Parlament, indem er sagte, Hildegard Burjan wäre mit der Entwicklung der Sache der Frauen wahrscheinlich zufrieden, sie würde ihr Engagement aber nicht einstellen, weil es auf dem Weg zur vollständigen Chancengleichheit der Frauen noch viel zu tun gibt.
Hildegard Schödls Buch über das Leben einer starken Frau Ingeborg Schödls Buch über das Leben der Hildegard Burjan beginnt mit dem 12. März 1919, dem Tag, an dem Hildegard Burjan als Abgeordnete der "Konstituierenden Nationalversammlung der Republik Deutschösterreich" angelobt wurde. Die Autorin schildert die enormen politischen Herausforderungen, aber auch die großen Hoffnungen der acht Frauen, die am Ende des katastrophalen Hunger- und Seuchenwinters 1918/19 aufgrund des neuen Wahlrechts erstmals in der Geschichte Österreichs in das Parlament einzogen, starke Frauen, wie sich bald herausstellen sollte, sieben Sozialdemokratinnen, unter ihnen Adelheid Popp, Gabriele Proft und Therese Schlesinger - und die christlichsoziale Hildegard Burjan.

Hildegard Burjan kam aus der Katholischen Frauenbewegung, war von der Sozialenzyklika Papst Pius XIII. Rerum novarum und den christlichsozialen Ideen Karl von Vogelsangs inspiriert und hatte sich schon vor dem Krieg für arme Frauen und Kinder eingesetzt, insbesondere für die Wiener Heimarbeiterinnen, für Kranken- und Hinterbliebenen-Unterstützung, Rechtsschutz und Arbeitsvermittlung. 1914 hatte sie mit ihrer berühmten Rede "Kinderelend und Heimarbeit" den Kampf gegen die Kinderarbeit aufgenommen und sich während des Krieges für Mütter in Not engagiert. Burjan schuf Arbeit für Frauen durch die Einrichtung von Nähstuben, verteilte Lebensmittel und rettete damit tausenden Familien in Notstandsgebiete das Leben.
Angesichts der schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen der Frauen während des Krieges entwickelte sich Burjan von der karitativ engagierten Frau, die auf "Hilfe zur Selbsthilfe" setzte, zur Frauen- und Sozialpolitikerin, die auf Veränderung der allgemeinen Verhältnisse drängte. Ab 1918 plädierte sie für das allgemeine Frauenwahlrecht und zog Ende 1918 in den Provisorischen Wiener Gemeinderat ein, um dort für Jugendfürsorge, eine bessere Dotierung der Hauskrankenpflege und die Pflege von Wöchnerinnen zu kämpfen.

Auch in der Konstituierenden Nationalversammlung erhob Abgeordnete Burjan ihre starke Stimme für die Frauen: Mutter- und Säuglingsschutz, Einbeziehung von Hauspflegerinnen in die Krankenkassen, Einrichtung land- und hauswirtschaftlicher Schulen, Gleichstellung von Mann- und Frau im Postdienst, eine bessere Frauenausbildung, mehr Mädchenschulbildung und ein Schutzgesetz für Hausgehilfinnen - das waren ihre politischen Themen. Als Parlamentarierin überzeugte Hildegard Burjan mit brillanter Rhetorik, Sachlichkeit und fundierten Argumentationen aufgrund von Zahlen und Fakten. Hildegard Burjan galt bald als "ministrabel" und erhielt von Kardinal Friedrich Gustav Piffl den Titel "das Gewissen des Parlaments". Bundeskanzler Ignaz Seipel sagte über Hildegard Burjan, er habe "keinen Mann mit ausgeprägterer politischer Begabung, mit feinerem Fingerspitzengefühl als diese Frau gesehen". (Mehr über Hildegard Burjan, insbesondere über ihre parlamentarische Arbeit siehe PK-Ausgaben Nr. 205, 206 und 207 aus 2008).

Das hohe Ansehen Hildegard Burjans reichte aber weit über ihre Gesinnungsgemeinschaft hinaus. Sozialdemokraten, mit denen Burjan in Frauenfragen den Schulterschluss suchte - gemeinsam mit ihrer sozialdemokratischen Kollegin Adelheid Popp reiste Burjan im Jahr 1920 zum Frauenstimmrechtskongress nach Genf - lobten Hildegard Burjan als "warmempfindende Frau" und "wahrhafte Sozialistin". Sozialminister Julius Tandler streute Hildegard Burjan öffentlich Rosen, als sie im Herbst 1920 aus dem Parlament ausschied und bedauerte ihr Weggehen ausdrücklich.

Die Biographin macht immer wieder den nachhaltigen Eindruck deutlich, den Hildegard Burjan bei Menschen hinterließ, die ihr begegneten. Als sie nach dem Tod ihres politischen Weggefährten und Mentors Ignaz Seipels im Jahr 1932 Karl Seitz, den legendären Bürgermeister des "Roten Wien" im Rathaus besuchte und ihm eine heikle Bitte vortrug, riskierte der ehemalige Präsident der Konstituierenden Nationalversammlung lieber einen Krach mit seiner Fraktion, als seiner hochgeschätzten ehemaligen Kollegin nein zu sagen. Seitz genehmigte Hildegard Burjan eine Haussammlung in Wien für den Bau einer Kirche mitten im 15. Gemeindebezirk, einem Arbeiterbezirk - zum Gedenken an Ignaz Seipel, die damals meistgehasste Feindfigur der Sozialdemokraten.

Hildegard Burjan wurde am 30.1.1883 als Tochter der wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie Freund im schlesischen Görlitz geboren. Das lebhafte und sprachlich begabte Mädchen wuchs im Geist des Humanismus, aber ohne Religionsunterricht auf. Auffällig früh habe Hildegard soziales Empfinden gezeigt, schon als Kind Kranke in der Psychiatrie besucht, um ihnen vorzulesen, und sich für Glaubensfragen interessiert, erfährt der Leser der Biographie.

Den Bildungsweg Hildegard Burjan begünstigten glückliche Umstände. Als die Familie 1895 berufsbedingt nach Berlin übersiedelte, maturierte Hildegard dort an einem Mädchenlyceum und konnte nach einem neuerlichen Umzug in die Schweiz an der Universität Zürich, deren Tore schon um 1900 auch wissenshungrigen jungen Frauen offen standen, Philosophie und Germanistik studieren. Ausgerechnet in der protestantischen Stadt Zürich entdeckte die Studentin Franz von Assisi als ihr persönliches Vorbild, eignete sich franziskanischen Respekt vor der Armut an und fand so ihren Weg zum Katholizismus. "Weil ich den Fragen auf den Grund ging", lautet Hildegard Burjans eigene Erklärung für diese überraschende Wendung im Leben einer konfessionslosen jungen Frau jüdischer Herkunft. 1907 heiratete Hildegard Freund den Techniker Alexander Burjan, dem sie zwischenzeitlich nach Berlin gefolgt war, um dort Sozialökonomie zu studieren. Nach dem Abschluss ihres Studiums 1908 in Zürich erkrankte Hildegard Burjan an der Niere, musste viele Operationen über sich ergehen lassen und rang nach Komplikationen monatelang mit dem Tod. Die plötzliche und unerwartete Wendung zur Heilung am Ostersonntag 1909 im Spital der Barmherzigen Schwestern in Berlin empfand Hildegard Burjan als eine Fügung Gottes. Auch nach ihrer Genesung litt Hildegard Burjan Zeit ihres Lebens unter Schmerzen und schweren gesundheitlichen Einschränken, später auch unter Diabetes und Bluthochdruck.
1909 übersiedelte das Ehepaar Burjan nach Wien, im Jahr darauf kam Tochter Lisa zur Welt. Aufgrund ihrer Bildung und der Position ihres Mannes - Alexander Burjan stieg rasch zu einem führenden Unternehmer auf - gehörte Hildegard Burjan zur höheren Gesellschaft. Ihr scharfer Verstand und ihr tiefes soziales Empfinden ließen sie aber die extremen gesellschaftlichen Gegensätze im Wien der zu Ende gehenden Monarchie wahrnehmen. Burjan sah das entsetzliche Elend arbeitender Frauen, die ihren Unterhalt nachts oder sonntags in der Favoritner Ziegelfabrik oder als Heimarbeiterinnen verdienten. Die Teilnahme an einem Sozialkurs zur Vorbereitung des ersten Katholischen Frauentages in Österreich war Hildegard Burjans Start in ihr zunächst karitatives, später auch politische Engagement, das sie bis in das Parlament führen sollte.

Ingeborg Schödls dokumentiert in ihrer Biographie ausführlich die vielfältige soziale Arbeit Hildegard Burjans und verbindet sie mit einer behutsamen Darstellung ihrer persönlichen Entwicklung. Schödl erzählt, wie eine begabte, außergewöhnlich motivierte Frau ihre persönlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten als Verpflichtung verstand, Menschen in Not zu helfen und ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Der Leser erfährt, wie sensibel Hildegard Burjan auf die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse am Ende der Monarchie und in der Ersten Republik reagierte, wie sie am "Kulturkampf" zwischen Sozialdemokraten und Christlichsozialen litt und durch soziales Engagement den Klassenkampf zu entschärfen suchte, indem sie Wohlhabende mit Notleidenden zusammenführte, in der Hoffnung, sie mögen voneinander lernen.

In rhetorischen Kostproben lässt Ingeborg Schödl die brillante Rednerin Hildegard Burjan immer wieder selbst zu Wort kommen, etwa mit einem Zitat aus der Rede "Kinderelend und Heimarbeit" von 1914, als Burjan 16-stündige Arbeitstage von Kindern als eine "allem Christentum hohnsprechende Verletzung der Menschlichkeit" geißelte, oder ihre Protestrede gegen die harten, für sie unannehmbaren Bedingungen des Friedens von St. Germain: "Zum ersten Mal pochen Frauen als vollberechtigte Staatsbürger darauf gehört zu werden ... Frauen haben Not, Leid und Entbehrungen auf sich genommen, weil sie die Hoffnung auf einen beglückenden Frieden aufrecht erhalten hat ... aber was man uns ins Land schicken will, ist kein Friedensengel, sondern ein Schreckensgespenst".

Als Hildegard Burjan nach dem Zerfall der Koalition zwischen Sozialdemokraten und Christlichsozialen und nach der Ausschreibung von Neuwahlen 1920 aus dem Parlament ausschied und nicht mehr für den neuen Nationalrat kandidierte, erklärt die Autorin dies mit die Rücksichtnahme Hildegard Burjans auf ihre stark angeschlagene Gesundheit, sie gibt aber auch Hinweise darauf, dass Hildegard Burjan ihrer jüdischen Herkunft wegen unter dem zunehmenden Antisemitismus litt, der in der damaligen Politik generell, insbesondere aber auch in ihrer Partei immer stärker wurde.
Hildegard Burjan zog sich aber nicht ins Privatleben zurück, sondern widmete sich mit großer Energie einem sozialen Projekt, das sie schon lange beschäftigte: Die Gründung einer religiösen Frauen-Gemeinschaft für soziale Arbeit. Ignaz Seipel und der Wiener Kardinal Friedrich Gustav Piffl unterstützten Burjan bei Gründung, Aufbau und Leitung der Caritas Socialis, die sich als "Hilfstrupp Gottes" für die Resozialisierung geschlechtskranker Mädchen und für verwahrloste Kinder einsetzte, Mädchen auf Bahnhöfen vor Mädchenhändlern und Zuhältern schützte und mit "Ausspeisungsstätten" für Bedürftige den Grundstein für die Einrichtung "Essen auf Rädern" legte. Die Caritas Socialis besteht bis heute und leistete in den letzten Jahren Bahnbrechendes auf dem Gebiet des Hospizwesens.

In den letzten Jahren ihres Lebens erlebte Hildegard Burjan die ersten Wahlerfolge des Nationalsozialismus mit und stellte ihr scharfes politisches Urteilsvermögen abermals unter Beweis. Während für manche ihrer katholischen Freunde - Ignaz Seipel und Theodor Innitzer etwa - die "bolschewistische Gefahr" im Vordergrund stand, die Nationalsozialisten aber abwartend und teilweise wohlwollend betrachtet wurden, warnte Hildegard Burjan, die den Sieg der braunen Barbarei nicht mehr erleben musste, gemeinsam mit dem Linzer Bischof Johannes Maria Gföllner von allem Anfang an energisch vor Hitler. Seine Bewegung sei "totalitär" und werde "bis zum Äußersten gehen".
Hildegard Burjan starb am 10. Juni 1933 an den Komplikationen einer neuerlichen Nierenoperation im Alter von 50 Jahren in Wien. Sie ist auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt. Das im Jahr 1953 für die Gründerin der Caritas Socialis beantragte Seligsprechungsverfahren wurde im Jahr 1963 eingeleitet.

Ingeborg Schödls illustrierte Biographie "Hilde Burjan. Frau zwischen Politik und Kirche" umfasst 232 Seiten und ist im Jahr 2008 im Wiener Domverlag erschienen.

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