Foto von Hildegard Burjan
Erzdiƶzese Wien

Caritas Socialis - die Verkündigung der Liebe Gottes durch den sozialen Dienst

"Wir wollen etwas Neues, nicht etwas bereits Bestehendes, sondern der Zeitnot angepasst; keine Klausur oder ... klösterliche Formen, sondern beweglich und immer einsatzbereit für jede Not, die auftaucht."
 

HB schwestern
Die ersten CS-Schwestern © CS

 

»Caritas Christi urget nos« – Die Liebe Christi drängt uns (2 Kor 5,14). Diese Paulus-Worte wählte die Gründerin zum Wahlspruch. Nichts könnte die Zielrichtung dieser kirchlichen Gemeinschaft besser skizzieren. Erfüllt von der Liebe Christi und in seiner Nachfolge sollten sich Frauen, die dafür ganz zur Verfügung stehen, jenen zuwenden, die aus der Not ihres Lebens heraus an diese Liebe zu glauben verlernt haben.

Hildegard Burjan besprach ihr Vorhaben mit ihr nahe stehenden Menschen – auch mit Prälat Ignaz Seipel. Er wurde in den kommenden Jahren geistlicher Führer und Berater der neuen Schwesterngemeinschaft CARITAS SOCIALIS.

Hildegard Burjan wollte eine religiöse Schwesterngemeinschaft, deren Mitglieder sich ganz in den Dienst am Menschen stellen. Sie sollten sich in die Welt der Not begeben, wobei es nicht nur um die materielle, sondern vor allem auch um die geistige Not ging. Die Liebe Gottes durch den sozialen Dienst spürbar machen, das war die Zielrichtung und verlangte daher eine neue Form des Gemeinschaftslebens.

Im Jahre 1919 wurde dann der Anfang für die geistliche Gemeinschaft CARITAS SOCIALIS gesetzt. Bei der Aufnahme legten die Schwestern das Versprechen ab, nach den Evangelischen Räten in Gehorsam, Armut und in Ehelosigkeit zu leben. Sie sprachen ein von Hildegard Burjan – die als verheiratete Frau und Mutter die erste Vorsteherin war – verfasstes Weihegebet.

Der Zustrom zu dieser neuen Gemeinschaft war sofort groß. Die CS-Schwestern wurden vor allem auf dem Gebiet der Jugend- und Gefährdetenfürsorge gebraucht. Sie übernahmen die Betreuung von schwererziehbaren Jugendlichen und aufgegriffenen Prostituierten. Wieder ging Hildegard Burjan von dem Gedanken aus, diesen Randgruppen der Gesellschaft jene Hilfe zukommen zu lassen, die es ihnen ermöglichte in geordnete Verhältnisse zurückzukehren.

1924 eröffnete die CARITAS SOCIALIS ein Mutter-Kind-Heim für ledige Frauen. Eine revolutionäre Tat angesichts der gesellschaftlichen Einstellung, dass dadurch »nur die Unmoral gefördert werde«.