Foto von Hildegard Burjan
Erzdiƶzese Wien

HB Portrait 2Die Caritas Socialis - ihr Engagement damals und heute

"Sozial arbeiten heißt auch vorbeugen, heißt Kluften, die innerhalb der Gesellschaft entstehen, mit christlicher Liebe und mitfühlendem Herzen zu überbrücken suchen."

Die Situation in der Zwischenkriegszeit wurde immer schlechter. 1938 hörte Österreich mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten zu existieren auf. Die CARITAS SOCIALIS durfte ihre Arbeit nur mehr innerkirchlich ausüben.

CS-Schwestern arbeiteten im Krieg in Lazaretten und wurden in dieser Zeit auch zu Kontaktpersonen für Flüchtlinge, untergetauchte Personen und Widerstandsbewegungen. So arbeitete z. B. die CS-Schwester Verena Buben unter großer persönlicher Gefährdung in der 1940 von Kardinal Theodor Innitzer initiierten »Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien«. 

Nach Kriegsende wurde die Flüchtlings- und Heimkehrerbetreuung das wichtigste Arbeitsgebiet. Die Stationen in Deutschland und in der ehemaligen Tschechoslowakei mussten aber aus politischen Gründen aufgegeben werden.

 

 

Ab 1948 ging die CARITAS SOCIALIS wieder über die Grenzen hinaus: Südtirol, Bayern, Rom, Brasilien und Bethlehem. Von Bethlehem musste nach 17 Jahren Kinderdorfarbeit Abschied genommen werden. In Bozen führten die Schwestern ein Mädchenheim, in München über 60 Jahre die katholische Bahnhofsmission. In Brasilien/Paraná ist die CARITAS SOCIALIS – vorwiegend mit einheimischen Schwestern – unter den ärmsten Bevölkerungsschichten tätig. 

Auf ihre Initiative und mit ihrer Hilfe errichteten Familien aus Elendsquartieren Eigenheime und erhielten dabei Berufsausbildung. CS-Schwestern arbeiten in der Diözese Guarapuava in der »Kinderpastoral«, einem Programm gegen Unterernährung und für die Entwicklung der ganzen Familie und konnten damit in der Region wichtige sozialpolitische Akzente setzen und positive Änderungen bewirken. Die Schwestern errichteten ein Zentrum für Familiensozialarbeit, das Centro de Apoio à Família, mit dem Schwerpunkt, Initiativen gegen die Gewalt in Familien zu setzen. Hier werden u.a. Sozialberatung, Alphabetisierungskurse, Weiterbildungen und Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche angeboten. In der Stadt Curitiba arbeiteten die Schwestern in der Pastoral und initiierten soziale Projekte in den Basisgemeinden wie z. B. eine Beschäftigungsinitiative in der Mülltrennung.

In Österreich führten die CS-Schwestern ein Exerzitien- und Urlaubshaus in Maissau im nördlichen Niederösterreich und engagierten sich in Zusammenarbeit mit den Vikariatsjugendseelsorgern der Erzdiözese Wien im geistlichen Jugendzentrum Oberleis im Weinviertel.